Der Ausflug auf die Äußeren Hebriden stand ganz oben auf unserer "Things to see and do on Skye"-Liste, aber es hat dann doch bis zur dritten Woche gedauert, bis es dazu kam.
Die Fähre fährt von Uig auf Skye nach Tarbert auf Harris. Wir haben unsere Fährtickets am Tag zuvor gekauft; das B&B für die Übernachtung wollten wir uns aber spontan suchen. Für die tollen Strände auf Harris sollte es der schönere der beiden Tage sein.
Die Überfahrt war ruhig und auf Harris angekommen, hatten wir nicht ganz so gutes Wetter wie eigentlich vorhergesagt. Wir entschlossen uns daher zuerst zu den Standing Stones von Callanish auf Lewis zu fahren.
Zu den Standing Stones von Callanish hier ein paar Infos, aus der Einleitung in einem kleinen Buch,
das ich mir gekauft habe: "Stonehenge is justifiably world-famous, but far to the north in the Outer Hebrides stands a monument just as worthy of attention. Indeed, the Standing Stones of Callanish are sometimes called the 'Stonehenge of the Hebrides'. For visitors who travel to appriciate its grandeur, the site´s remoteness adds to its romance.
Callanish and Stonehenge are incredible survivors from 'megalithic culture' which stretched the length of the British Isles. (...) Many are now ruinous and an unknown number have been lost or destroyed.
Approaching Callanish across the moorlands from Stornoway, the stones appear silhouetted along a ridge. Standing among the stones, the visitor becomes aware of the vast open hemisphere of the sky. There seems little doubt that the sun and especially the moon had parts to play whatever ancient dramas were enaced here.
Callanish is unique among settings of standing stones, having often been compared to the shape of a Celtic cross, Thirteen stones, between 8 and 12 feet ( 1 feet = 30,4 cm) tall, form a ring with maximum diameter of only 41 feet, being slightly flattened on the east side.
An impressive megalith, almost 16 feet tall, stands at the centre, set at one end of a burial chamber.
Three rows lead away from the circle, approximately to the east and west, and more precisely to the south. There is also a longer northerly avenue. Three stones are additional to this pattern. The monument measures 400 feet north to south and 150 feet east to west. (...)
The standing stones are composed of Lewisian gneiss and may have been transported no more than a mile. The builders probably chose shapes for aesthetic or magical reasons; stones with crystalline nodules were especially favoured. (...)"
Nach so viel Info, nun aber auch (viele) Bilder:
Da man auf unseren Fotos die Form des Kreuzes (natürlich) nicht sehen kann, hier noch mal zwei Zeichnungen aus dem Buch:
Man kann die Form dieses Kreuzes "ablaufen" und das Gefühl, wenn man durch diesen langen "Gang" zwischen den Steinen hindurchgeht ist schon irgendwie "seltsam" ...
Aber gibt hier nicht nur diese Standing Stones, sondern noch eine ganze Reihe weiterer Steinkreise. Zwei davon liegen ganz in der Nähe, diese haben wir uns natürlich auch noch eingeschaut. In meinem schönen Buch steht dazu:
"At the end of a cul-de-sac road, about half a mile to the south-west of Callanish, stands another fascinating circle of stones, often referred to as 'Callanish II'. Its Gaelic name, pronounced approximately 'croc kyain a gee-ree', means the hillock at the end of the wall. There are five erect stones, one standing almost ten feet high, plus four or more fallen slabs."
In Sichtweite von "Callanish II" liegt dann auch schon der dritte. Aus meinem Buch "The Gaelic name of Callanish III; pronounced 'croc filiver vegg', means litlle Fillivir hillock. Eight stones stand erect, with another four standing within the ring (...); there are also several fallen stones.
Being clearly visible from the road whenapproaching Callanish from Stornoway, it is certainly the most visited of the so-called monor sites. In modern times, the circle seems to attract the more mystically-inclined visitor, who may regret the modern intrusion of interpretive notices and a hard surrounding path at Callanish itself. On a stormy winter day in 1984, the Glaswegian rock band, Ultravox, mae a pop video here."
Im Hintergrund ist "Callanish II"...
Hier wollte ich wissen, ob zwischen den Steinen immer der gleiche Abstand ist. Und es sind tatsächlich +/- 11 "Chris-Füße Größe 37,5" - wahrscheinlich haben die beim Aufstellen auch nicht viel anders Maß genommen ;o)
Es gibt auch noch Callanish IV (und wohl auch noch einige weitere), aber diesen Steinkreis haben wir nicht mehr besucht. Da das Wetter inzwischen sehr schön war, sind wir stattdessen zu einem wunderbaren Strand weiter gefahren. Bevor wir euch aber die Bilder davon zeigen, hier noch kurz ein paar abschliessende Infos zu den Standing Stones von Callanish aus dem Buch:
"Why are so many standing stone sites concentrated around Callanish, and what was the connection between them ? There are various suggestions:
- The sites are of different periods, each being constructed as an improvement upon the previous one.
- Each site was a temple of a branch of the ancient religion, in the same way that each Christian sect has ist own churches
- Each circle was the focus of a small community. This has been shown to be likely in, for example, the Lochs End area. If each small ring was, in episcopalien terms, a 'parish church', then Callanish itself must have been a 'cathedral'
- All the sites were in use at the same time and formed an interpendent complex, perhaps with sight-lines between them having astronomical significance, This idea is implicit in the concept of the 'Callanish diamond', with all these sites being in an area where two ranges of hills relate to the rise and set of the moon at its most extreme southerly position.
Callanish still keeps many of its secrets, despite the best efforts of eighteenth and ninteenth-century antiquarians and twentieth-century archaeologists anf astronomers. The techniques of the future may reveal some of the site´s mysteries, but will not destroy the fascination of the 'Stonehenge of the Hebrides'."
Besser hätte ich es auch nicht sagen können! ;o) Vielleicht hat es mit den Standing Stones tatsächlich gar nichts "Besonderes" auf sich - aber wie sie da seit so langer Zeit, von Wind und Wetter geformt, so einfach mitten in der Landschaft stehen strahlen sie "etwas" aus, dem man sich nur schwer entziehen kann.
So, für heute nun aber genug davon - wenn wir erst mal auf Orkney sind, werdet noch ihr eine Menge Bilder von Standing Stones sehen, versprochen!
Unser Ausflug führte uns, wie erwähnt, zum Strand in der Dalbeg-Bay. Eigentlich wollten wir auf dem Weg dorthin auch noch beim "Carloway-Broch" vorbeifahren, aber leider war auf der Hauptstrasse eine große Baustelle und die Zufahrtstrasse zum Broch war von Baggern und allerlei anderen großen Bauarbeitermaschinen blockiert. Zum Glück waren wir vor ein paar Jahren schon einmal hier und mussten uns nicht allzu sehr ärgern.
Die Dalbeg-Bay hat einen wunderbaren Sandstrand, tolle Steine mit denen man sehr schöne "Tower of Power" bauen kann , dazu Meer & Wellen ... Ach, schaut doch am besten selbst:
Thomas ist ein wenig auf den Klippen herum gewandert und hat die Bay von oben fotografiert. Ich habe währenddessen "gebaut" ...
Leider mussten wir uns dann doch irgendwann von diesem schönen Strand verabschieden - dabei hätte ich beinahe meine Schuhe vergessen ...
Inzwischen war es später Nachmittag, also Zeit um sich um das Bett für die Nacht zu kümmern. Aufgrund der vielen Besucher bei Callanish, dem Verkehr auf den Straßen und der ausgebuchten Fähre schien aus auf der Insel schon recht busy zu sein.
Wir fuhren zuerst nach Stornoway, der "Hauptstadt" von Lewis. Bei allen B&Bs an denen wir vorbei fuhren, stand das "No Vacancies"-Schild im Fenster. Wir waren vor ein paar Jahren bereits einmal in Stornoway, haben uns aber damals nicht so recht mit der Stadt anfreunden können, daher haben wir auch diesmal nicht allzu intensiv gesucht und sind stattdessen wieder zurück nach Tarbert gefahren. Etwa gegen halb sechs kamen wir dort an. Leider hatten aber auch hier die "B&B"s nichts frei. Nachdem auch das "Harris Hotel" komplett ausgebucht war, wurde Thomas langsam unruhig und habe mich schon mit einer Nacht im Auto angefreundet. Kurz vor sechs sind wir dann ins Tourist-Info von Tarbert - und wir waren tatsächlich nicht die einzigen, die noch kein Zimmer für die Nacht hatten! Die Mitarbeiterin vom Tourist-Info hing schon für eine Gruppe Biker am Telefon und telefonierte die Unterkünfte in der Gegend ab. Wir waren gespannt, ob sie uns weiterhelfen könnte - und es hat tatsächlich geklappt! Wir waren sehr erleichtert ...
Das "Sandview B&B" liegt in Scarista, das ist noch mal eine gute Stunde Autofahrt von Tarbert entfernt und in der Ecke von Harris, die wir uns eigentlich für den zweiten Tag vorgenommen hatten. Aber es hätte nicht besser kommen können, denn wir haben an dem riesigen Strand von Scarista einen der schönsten Sonnenuntergänge unserer bisherigen Reise erleben dürfen.
Im B&B haben wir dann erfahren, warum es so schwierig war eine Unterkunft zu finden: es fand ein Treffen des Clans der MacLeods statt und das sind wohl richtig viele ...
Hier nun ein paar Bilder vom Sonnenuntergang:
Der Strand ist wirklich RIESIG ...
Das es bald auf die Sommersonnenwende zugeht, sind die Tage hier inzwischen sehr lange. Erst nach 23 Uhr geht die Sonne unter und auch dann dauert es noch eine ganze Weile bis es richtig dunkel ist.
Wie so oft schon, so hat sich auch diesmal wieder genau an die Stelle, an der die Sonne ins Meer eintaucht eine Wolke gebildet und die Sonne verschwindet dahinter. Aber auch mit den Wolke war es noch ein sehr schönes Erlebnis.
Die Übernachtung im B&B war ok und wir machten uns am nächsten Morgen dann zunächst auf in Richtung Rodel. Hier gibt es eine sehr schöne Kirche, die St. Clements Church. Auch diese haben wir schon einmal besucht und wollten gerne noch einmal hin.
Was gibt es zu dieser Kirche zu erzählen: "According to Dean Monro, writing around 1549, the Church of Rodel had been built by MacLeod of Harris. No doubt, Monro was referring to Alexander MacLeod of Dunvegan and Harris, otherwise known als Alisdair Crotach, whose tomb occupies a prestigious position on the south side of the choir. MacLeod died sometime between 1545 and 1547, but the date 1528 given on the tomb indicats that the eastern part of the church had already been completetd by then. Before his death, Alexander hat probably been succeeded as clan leader by his son William, who in 1539 also prepared for himself a tomb in the south wall of the nave, in which he was apparently laid in September 1551. A third tomb, in the south transept, is thought to belong to John MacLeod of Minginish, who suceeded William as clan leader and who died in 1557."
Die Kirche ist sehr schön erhalten. Man betritt sie durch eine schwere Eichentür, der Wind pfeift durch den Turm und um das Dach der Kirche herum, aber innen ist es ganz eigentümlich still und irgendwie "historisch".
Dies sind die beiden Grabstätten, wobei die von Alexander MacLeod ganz besonders interessant ist:
Auf den Steinplatten über und hinter der liegenden Figur sind verschiedene Symbole und Personen in den Stein gemeißelt. Wir haben die Erklärungstafeln mal fotografiert - es ist sehr interessant.
Außen am Turm der Kirche gibt es auch noch mal etwas ganz Interessantes: an jeder Ecke ist ein Tierkopf und in den Mauern sind "fliegende Tiere" eingearbeitet. Leider konnte man das nicht gut fotografieren und ich habe im Tourist-Info kein Buch oder andere Infos zu dieser Kirche bekommen können.
Ich würde mich wirklich freuen, falls Jemand mal im Internet schauen kann, ob sich da etwas zu den Figuren im Turm dieser Kirche finden lässt und mir das per mail schickt. Unsere Möglichkeiten zu Internetrecherche sind ja leider nach wie vor ein wenig eingeschränkt ;o)
Nach dem Besuch der Kirche sind wir an vielen schönen Stränden entlang zurück nach Tarbert gefahren und haben die Nachmittagsfähre nach Uig genommen. Hier noch mal ein paar Fotos von den Stränden
Bekommt man da nicht Lust, auch mal hin zu fahren ?
Viele liebe Grüße
Chris & Thomas
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